Andacht zum 8. Sonntag nach Trinitatis zu 1. Korinther 6,9-20 - Die Freiheit eines Christenmenschen

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Heute möchte ich sie ein wenig mit ins Mittelalter Belgiens hineinnehmen.

Rainald III. von Geldern war im 14. Jahrhundert Herzog in der Region des heutigen Belgiens. Er lebe ein ausschweifendes Leben mit viel Völlerei. Sehr übergewichtig wurde Rainald oft mit seinem lateinischen Spitznamen Crassus genannt, was "Fett" bedeutet. Nach einem fast 11-jährigen Bruderkrieg nahm Rainalds jüngerer Bruder Eduard ihn fest. Er nahm Rainald gefangen, tötete ihn aber nicht. Stattdessen baute er ein Zimmer um Rainald in Nieuwkerk Castle und versprach ihm, dass er seinen Titel und sein Eigentum wiedererlangen könnte, sobald er in der Lage war, den Raum wieder zu verlassen.

Dies wäre für die meisten Menschen nicht schwierig gewesen, da das Zimmer mehrere Fenster und eine Tür von fast normaler Größe hatte und keine davon verschlossen oder verriegelt war. Das Problem war Rainalds Größe. Um seine Freiheit wiederzugewinnen, hätte er abnehmen müssen. Doch Eduard kannte seinen älteren Bruder, und jeden Tag schickte er ihm eine Vielzahl von köstlichen Speisen. Anstatt durch Fasten dem Gefängnis zu entkommen, wurde Rainald immer dicker.

Als Herzog Eduard der Grausamkeit bezichtigt wurde, hatte er eine Antwort parat: "Mein Bruder ist kein Gefangener. Er kann gehen, wenn er will." Rainald blieb 10 Jahre in diesem Raum und wurde erst entlassen, als Eduard 1371 in der Schlacht bei Baesweiler starb. Bis dahin war dann seine Gesundheit so ruiniert, dass er drei Monate später starb - er war der Gefangene seines eigenen Appetits.

Obwohl diese etwas eigenartige Anekdote uns zum Schmunzeln einlädt, macht sie uns doch eine traurige Wahrheit deutlich: Viele Menschen sind Gefangene ihrer eigenen Lüste und Leidenschaften. Uns wird Freiheit versprochen, wo wir tun und lassen können, was wir wollen. Doch unser Appetit und unser Hunger nach mehr schränken uns stärker ein, als wir uns eingestehen wollen: Pornografie, Sammelleidenschaft, Kaufsucht, Anerkennungsstreben und vieles mehr nehmen. Menschen sind gefangen, indem in ihnen ein unstillbarer Durst geweckt ist, der sie nach dem nächsten Kick trotzdem immer noch unzufrieden zurücklässt.

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